Asylbewerber stehen Schlange
Asylbewerber stehen Schlange

In den letzten Debatten über Flüchtlinge und Asylunterkünfte hört man von Gutmenschen besonders einen Vorwurf sehr oft: es wird behauptet, Asylant sage man nicht (mehr), das würden nur „Rechte“ benutzen. Man solle lieber Asylbewerber verwenden.

Gut gemeint, mit böser Absicht

Klingt wie ein harmloser Hinweis, der aber gar nicht so harmlos ist, weil er einem klaren Ziel folgt. Der Gutmensch legt also fest welche Bedeutung ein Wort hat. Er definiert alleine durch die Wortwahl, wie er Menschen ideologisch einordnet. Alleine an der Verwendung des Wortes Asylbewerber oder Asylant will er nun eindeutig feststellen, ob es sich hier um einen Rassisten handelt, oder um einen Menschen, dessen Seele so rein und weiss ist, dass man ihm schon deswegen einen Ariernachweis ausstellen müsste.

Herrschaft beginnt mit Herrschaft über der Sprache

Die Herrschaft über Sprache, in diesem konkreten Beispiel im Fall Asylbewerber gegen Asylant, funktioniert so: der Gutmensch definiert manchmal willkürlich die „guten“ und die „bösen“ Worte und nötigt die Menschen sich diesem Diktat anzupassen. Wer also das Wort AsylbewerberAsylbewerber nutzt, der hat sich dem Willen des Gutmenschen (bereits) unterworfen und zeigt Bereitschaft sich dem gutmenschlichen Führer auch weiter zu beugen.

Wer aber nicht mitspielt und weiter oder aus Trotz das Wort Asylant benutzt, wird unabhängig dessen ob er tatsächlich „Rechter“ oder Rassist ist, als solcher denunziert. Er wird nun genötigt sich zu unterwerfen und die Sprache des Gutmenschen anzuerkennen, was einer Akzeptanz der Herrschaft des Gutmenschen gleichkommt. Das ist in den meisten von Gutmenschen dominierten Bereichen genau so. Wer sich nicht unterwirft, der wird denunziert und ist „böse“.

Rechte als Ausreden

Dies wird dadurch begründet, dass dieses und andere Worte von „Rechten“ Gruppen genutzt wurden und deswegen so negativ konnotiert seien. Aber auch hier herrscht Willkür, wenn man etwa den Begriffe Antizionismus betrachtet, welches von extremistischen und antisemitischen Muslimen genauso verwendet wird, wie von Rechtsextremisten und für viele Gutmenschen keinerlei Problem darstellt. Und was „gut“ oder „böse“ ist, das entscheidet der Gutmensch deswegen meist nach den Kriterien, ob es ihm politisch nützlich ist.

  • Dimo Lunar

    Bin gerade zufällig auf deine Seite gelangt und mir gefällt, was du schreibst.
    Aber – könnte man nicht auch sagen: Ein Asylant wurde als politisch Verfolgter anerkannt und ist zurecht hier, ein Asylbewerber hat lediglich einen Antrag auf Asyl gestellt, ob er tatsächlich politisch verfolgt wird und einen Anspruch auf Schutz hat ist mehr als ungewiss?